Steuern · Zentralschweiz

Luzern überholt Zug: Was der neue Steuerwettbewerb für KMU in der Zentralschweiz wirklich bedeutet

Scherer Advisory GmbH 19. Mai 2026 3 Min. Lesezeit

Eine Schlagzeile sorgt diese Woche in der Treuhandbranche für Gespräche: Zug ist nicht mehr der steuergünstigste Kanton der Schweiz. Gemäss der PwC-Analyse vom 7. Mai 2026 liegt Luzern mit einer effektiven Gewinnsteuerbelastung von 11.66 % erstmals knapp vor Zug (11.71 %).

Für die meisten unserer Kunden ist diese Schlagzeile dennoch wenig dramatisch – und das aus einem konkreten Grund.

Die Zahlen im Vergleich

KantonEffektive Gewinnsteuer 2026
Luzern11.66 %
Zug11.71 %
Schwyz11.85 %
Nidwalden11.97 %
Zürich19.65 %
Bern20.54 %

Die Differenz zwischen Luzern und Zug beträgt ganze fünf Hundertstel Prozent. Bei einem Reingewinn von CHF 500'000 sind das CHF 250 Steuerunterschied pro Jahr – weniger als die jährlichen Bankspesen vieler KMU.

Warum die wahre Frage nicht «Zug oder Luzern?» heisst

Die OECD-Mindestbesteuerung (Pillar Two) hat die internationale Konkurrenz zwischen Tiefsteuerkantonen entschärft. Für Unternehmen mit einem Konzernumsatz unter EUR 750 Mio. – also praktisch alle KMU – spielen folgende Faktoren oft eine grössere Rolle als der Sitzkanton:

Was Sie als KMU jetzt konkret tun sollten

Bleiben Sie, wo Sie sind. Eine Sitzverlegung wegen 5 Hundertstel Prozent rechnet sich praktisch nie – Notariats-, Handelsregister- und Beratungskosten übersteigen die Ersparnis um Jahre.

Optimieren Sie das, was wirkt. Bei den meisten KMU liegen drei- bis fünfstellige Optimierungspotenziale in der Strukturierung des Eigentümerlohns, in der Vorsorgeplanung und in der Bewirtschaftung der Kapitalsteuer – nicht im Kantonswechsel.

Denken Sie an 2027. Mit Inkrafttreten der Abschaffung des Eigenmietwerts (geplant 2029) und weiteren Anpassungen bei der Verrechnungssteuer ändert sich das Bild laufend. Eine jährliche Steuerstrategiesitzung lohnt sich.

Unser Fazit

Die Zentralschweiz bleibt der attraktivste Standort der Schweiz – ob Sie nun in Zug, Luzern, Schwyz oder Nidwalden sitzen. Der wahre Unterschied entsteht nicht durch den Kantonswechsel, sondern durch die Qualität Ihrer Steuerplanung.

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Quellen: PwC «Swiss Tax Report 2026» (7. Mai 2026); ESTV – Eidgenössische Steuerverwaltung (Verzugszinssätze 2026); Steuerverwaltung Kanton Zug (Kantonssteuerfuss 2026).
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