Eine Schlagzeile sorgt diese Woche in der Treuhandbranche für Gespräche: Zug ist nicht mehr der steuergünstigste Kanton der Schweiz. Gemäss der PwC-Analyse vom 7. Mai 2026 liegt Luzern mit einer effektiven Gewinnsteuerbelastung von 11.66 % erstmals knapp vor Zug (11.71 %).
Für die meisten unserer Kunden ist diese Schlagzeile dennoch wenig dramatisch – und das aus einem konkreten Grund.
Die Zahlen im Vergleich
| Kanton | Effektive Gewinnsteuer 2026 |
|---|---|
| Luzern | 11.66 % |
| Zug | 11.71 % |
| Schwyz | 11.85 % |
| Nidwalden | 11.97 % |
| Zürich | 19.65 % |
| Bern | 20.54 % |
Die Differenz zwischen Luzern und Zug beträgt ganze fünf Hundertstel Prozent. Bei einem Reingewinn von CHF 500'000 sind das CHF 250 Steuerunterschied pro Jahr – weniger als die jährlichen Bankspesen vieler KMU.
Warum die wahre Frage nicht «Zug oder Luzern?» heisst
Die OECD-Mindestbesteuerung (Pillar Two) hat die internationale Konkurrenz zwischen Tiefsteuerkantonen entschärft. Für Unternehmen mit einem Konzernumsatz unter EUR 750 Mio. – also praktisch alle KMU – spielen folgende Faktoren oft eine grössere Rolle als der Sitzkanton:
- Lohn-Dividenden-Strategie: Die optimale Aufteilung zwischen Geschäftsführerlohn und Dividende kann bis zu CHF 30'000 Steuerersparnis pro Jahr bringen
- Vorsorgeeinkäufe: Steuerlich wirksam in den oberen Progressionsstufen
- Kapitalsteuer-Freibetrag: In Zug bleiben die ersten CHF 200'000 Eigenkapital steuerfrei
- Verzugszinssatz: Aktuell 4.0 % – ein vermeidbarer Kostenfaktor bei guter Planung
Was Sie als KMU jetzt konkret tun sollten
Bleiben Sie, wo Sie sind. Eine Sitzverlegung wegen 5 Hundertstel Prozent rechnet sich praktisch nie – Notariats-, Handelsregister- und Beratungskosten übersteigen die Ersparnis um Jahre.
Optimieren Sie das, was wirkt. Bei den meisten KMU liegen drei- bis fünfstellige Optimierungspotenziale in der Strukturierung des Eigentümerlohns, in der Vorsorgeplanung und in der Bewirtschaftung der Kapitalsteuer – nicht im Kantonswechsel.
Denken Sie an 2027. Mit Inkrafttreten der Abschaffung des Eigenmietwerts (geplant 2029) und weiteren Anpassungen bei der Verrechnungssteuer ändert sich das Bild laufend. Eine jährliche Steuerstrategiesitzung lohnt sich.
Unser Fazit
Die Zentralschweiz bleibt der attraktivste Standort der Schweiz – ob Sie nun in Zug, Luzern, Schwyz oder Nidwalden sitzen. Der wahre Unterschied entsteht nicht durch den Kantonswechsel, sondern durch die Qualität Ihrer Steuerplanung.
Lassen Sie uns das gemeinsam ändern.
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