Nachfolge · M&A · KMU

Earn-out-Klauseln: Wie sich Käufer und Verkäufer bei unterschiedlichen Preisvorstellungen einigen

Scherer Advisory GmbH 5. August 2026 3 Min. Lesezeit

«Ich weiss, was mein Unternehmen wert ist.» — «Der Käufer sieht das anders.» Dieser Satz beendet mehr Unternehmensverkäufe, als man denkt. Der Verkäufer rechnet mit dem Potenzial der nächsten Jahre. Der Käufer will nur für das zahlen, was heute nachweisbar ist. Ein Instrument löst diesen Konflikt zunehmend: die Earn-out-Klausel.

Was ist ein Earn-out?

Ein Earn-out teilt den Kaufpreis in zwei Teile: einen fixen Basiskaufpreis, der bei Übergabe fällig wird, und eine variable Komponente, die erst später ausgezahlt wird — abhängig davon, ob das Unternehmen bestimmte Ziele erreicht.

Typischerweise geht es um 10 bis 40 Prozent des Gesamtkaufpreises, verteilt über einen Referenzzeitraum von ein bis drei Jahren nach der Übergabe. Die Berechnungsgrundlage ist meist der EBITDA, der Umsatz oder eine andere klar messbare Kennzahl.

Beispiel: Ein KMU wird für CHF 3 Mio. verkauft. CHF 2.4 Mio. (80 %) fliessen sofort. Die restlichen CHF 600'000 werden ausgezahlt, wenn das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren einen EBITDA von mindestens CHF 500'000 pro Jahr erreicht.

Warum Earn-outs bei KMU-Nachfolgen zunehmen

Schweizer KMU haben oft eine Besonderheit, die Bewertungen erschwert: Der Erfolg ist stark an die Persönlichkeit und das Netzwerk des bisherigen Inhabers gebunden. Ein Earn-out überbrückt die Bewertungslücke, indem beide Seiten das Risiko teilen: Der Verkäufer erhält den vollen Preis nur, wenn sich seine Prognose bewahrheitet. Der Käufer zahlt nur für tatsächlich erbrachte Leistung.

Die Vorteile — für beide Seiten

Für Verkäufer

  • Höherer möglicher Gesamtkaufpreis
  • Erschliesst zusätzliche Käufergruppen
  • Steuerlich oft gestaffelt gestaltbar

Für Käufer

  • Reduziert Risiko einer Überzahlung
  • Bindet Verkäufer für Übergangszeit ein
  • Anreiz für kooperative Übergabe

Die Herausforderungen — und wie man sie vermeidet

Was Sie beachten sollten

Unser Fazit

Ein Earn-out ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern ein professionelles Instrument, um eine Bewertungslücke fair zu überbrücken. Für Zentralschweizer KMU, die häufig stark inhabergeprägt sind, kann ein durchdachter Earn-out den Unterschied machen zwischen einem gescheiterten Verkaufsprozess und einem erfolgreichen Abschluss.

Kostenloses Erstgespräch

Planen Sie einen Unternehmensverkauf?

Vereinbaren Sie ein kostenloses 30-minütiges Erstgespräch — wir prüfen Ihre Situation und die passende Struktur.

Erstgespräch vereinbaren oder direkt anrufen: +41 79 372 04 45
Quellen: KMU.admin.ch, «Übergabe eines Unternehmens»; nachfolgeportal.ch, «Earn-out-Klauseln in der KMU-Nachfolge» (November 2025); transactionpartner.ch, «Earn-Out in der Schweiz»; KPMG, «Earn-out-Klauseln», M&A Review 5/2024. Dieser Artikel stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar.
← Zurück zum Blog